Homeoffice in Zeiten von Corona: Schlechte Luft am Arbeitsplatz?

Homeoffice in Zeiten von Corona: Schlechte Luft am Arbeitsplatz?

Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie zwingt viele Menschen dazu, zu Hause zu bleiben und online im Home-Office-System zu arbeiten. Die meisten Unternehmen verfolgen die Politik eines Acht-Stunden-Arbeitssystems. Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, verbringen etwa 10 Stunden pro Tag in ihrem neuen Büro, daher ist es wichtig, den Arbeitsplatz richtig zu lüften, insbesondere bei geistiger Arbeit. Die Luft am Arbeitsplatz sollte keine Brand- oder Explosionsgefahr mit brennbaren Luftschadstoffen enthalten, und es sollten keine oder nur minimale Gesundheitsrisiken für die Atembereiche bestehen.

Aus sicherheitstechnischer Sicht haben die Luft und alle in ihr enthaltenen unerwünschten Stoffe Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Luftschadstoffe sind an jedem Arbeitsplatz aus verschiedenen Gründen vorhanden, z.B:

– Partikelabrieb bei der Materialhandhabung (Holz und Metall)

– Einsatz von Gasen in der industriellen Produktion (Schutz- und Heizgas)

– chemische und biologische Bedingungen der Arbeitsumgebung (Kläranlagen)

– Abgase (Bau, Transport und Verkehr) 

– aktive Eingriffe in die Umwelt (Bergbau und Straßenbau)

Luft ist ein natürlicher und immer vorhandener Faktor. Wir fühlen und sehen sie bewusst nur bei Zugluft (sie bewegt sich) und bei Nebel (sie enthält Wassertropfen). Sie enthält Stickstoff und Sauerstoff im Verhältnis 4:1 sowie geringe Mengen Kohlendioxid, Argon und Spurengase. Die Luft in ihrer natürlichen Form ist geruchs- und geschmacklos, gesundheitlich unbedenklich und überlebenswichtig. Wenn Menschen in andere Lebensräume wie das Wasser oder den Weltraum ziehen, ist Technologie überlebenswichtig. Die ideale Luft ist nur in Reinräumen möglich. Luft enthält viele feste und flüssige Bestandteile.

Die Luft kann in ihrer Zusammensetzung Fremdstoffe enthalten, die in verschiedenen Formen vorkommen und gesundheitsgefährdend sind. Beispiele für solche Stoffe werden im Folgenden beschrieben.

Gase

Gasförmige Stoffe können für die menschliche Gesundheit giftig oder sogar explosiv sein. Gase, die nicht gesundheitsschädlich sind und in der Lage sind, Sauerstoff zu verdrängen, werden indirekt gesundheitsschädlich.

Dämpfe

Der Aggregatzustand einer Flüssigkeit ist keine unveränderliche Eigenschaft, sondern u.a. von Druck und Temperatur abhängig. Während des Kochprozesses wird die Flüssigkeit in eine Gasphase umgewandelt und verdampft. Die Vermischung von kleinen Flüssigkeitstropfen mit Luft (Wasserdampf) wird als Aerosol bezeichnet. Besonders gefährlich sind die Dämpfe bestimmter Stoffe, z.B.: Lösungsmittel und lösungsmittelhaltige Chemikalien (z.B. Lacke, Farben, Klebstoffe und Holzschutzmittel). Ein Lösungsmittel kann als flüchtige organische Substanz mit einem Siedepunkt von bis zu 200 °C beschrieben werden, und die Flüchtigkeit eines Stoffes ist ein Mass für die Verdampfungsneigung des Lösungsmittels. Die Gefahr von Dämpfen steigt, wenn der Stoff giftig ist. VOCs können durch undichte Behälter, in denen sie enthalten sind, oder durch Baustoffe freigesetzt werden, so dass das Vorhandensein von VOCs unabhängig von der beruflichen Tätigkeit ist.

Aerosole

Dies sind Gasgemische mit einer Suspension von Partikeln. Wenn die Aerosolpartikel flüssig sind, werden sie Nebel genannt, und wenn sie fest sind, sind sie Staub oder Rauch. Aerosole können viele natürliche und anthropogene Partikel enthalten, wie zum Beispiel Pilzsporen, Meersalz oder Rußpartikel. Aerosole werden gesundheitsschädlich, wenn sie in die Lungen und Bronchien gelangen. Aerosole, die entzündlich sind oder eine entzündliche Zusammensetzung haben, z.B: Kontakt- oder Korrosionsschutz-Aerosol, sollten am Arbeitsplatz vermieden werden.

Staub

Es handelt sich um eine Substanz, die für alle Partikel in der Luft gilt. Er ist überall vorhanden, und Reinräume können nur mit grossem Aufwand geschaffen werden. Die Partikelgrösse unterscheidet sich zwischen den sich absetzenden Partikeln (Grobstaub), der einatembaren Fraktion (E-Staub) und der alveolengängigen Fraktion (Feinstaub), die tief in die Alveolen eindringt. Einatembarer Feinstaub ist für viele Krankheiten verantwortlich, von Asthma und Bronchitis bis hin zu Lungenkrebs.

Sogenanntes Backasthma kann ein Beispiel dafür sein, wie wichtig Luft bei der Arbeit ist. Eine Allergie wird durch das Einatmen von Feinstaub verursacht und ist eine der häufigsten Berufskrankheiten. Wichtige Mittel zur Staubbeseitigung sind Mehlbenetzungstechnologien und die Verwendung von Mohn mit geringem Staubanteil.

Rauch

Es ist ein Gemisch aus Abgasen, Rußpartikeln und anderen Stoffen, die bei der Verbrennung entstehen. Eine erhöhte Rauchvergiftung wird durch Dämpfe in unbelüfteten Räumen und durch Hausbrände verursacht. Schädliche Schweißdämpfe sind an vielen Arbeitsplätzen wichtig. Schweißrauch von Chrom-Nickel-Stahl ist besonders gefährlich und krebserregend.

Biogene Stoffe

Viren, Bakterien, Pilze oder Pollen sind Substanzen biologischen Ursprungs und wurden ebenfalls als Luftschadstoffe eingestuft. Sie haben toxische oder infektiöse Wirkungen und können zu Allergien oder Atemwegserkrankungen führen. Menschen, die in Bibliotheken, Kläranlagen, im Gesundheitswesen, in der Abfallwirtschaft und im Gesundheitswesen arbeiten, sind biogenen Substanzen besonders ausgesetzt. Schon geringste Mengen biogener Stoffe können ein Problem darstellen. Einige verderbliche Organismen können nach mehreren Jahren der Ruhephase beginnen, sich in erhöhten Mengen zu vermehren. 

Lufthygiene am Arbeitsplatz

Ausreichende Feuchtigkeit und Luftzufuhr am Arbeitsplatz sind die Grundlage für das Wohlbefinden der Mitarbeiter und oft Faktoren, von denen die Effizienz eines Teams oder eines Einzelnen abhängt. Klimastudien zufolge hat sich die Wirkung trockener Luft auf 80% der Mitarbeiter negativ ausgewirkt und zu einem schlechten Gesundheitszustand und Wohlbefinden geführt. Die Ursache für trockene Luft in Büros kann durch elektrische Geräte verursacht werden, insbesondere wenn diese an Klimaanlagen, Lüftung, Heizung oder Sonneneinstrahlung angeschlossen sind. Eine angemessene Luftfeuchtigkeit sollte im Bereich von 40-60% bei 20°C liegen, aber viele Büros haben eine Luftfeuchtigkeit unter 40%. Zur Messung der Luftfeuchtigkeit sollte an jedem Arbeitsplatz ein Hygrometer zur Verfügung stehen.

Die Aufrechterhaltung eines niedrigen Feuchtigkeitsniveaus über einen langen Zeitraum wirkt sich auf die menschliche Gesundheit aus. Zu den Symptomen, die auf eine niedrige Luftfeuchtigkeit hinweisen, gehören: erhöhte Blinzelhäufigkeit, erhöhte Lichtempfindlichkeit, trockene und brennende Augen, raue, trockene und juckende Haut, häufige Dermatitis, trockener Rachen und trockene Nasenhöhle, Schwierigkeiten beim Schlucken fester und flüssiger Nahrung, erhöhte Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen. Trockene Luft beeinträchtigt die Atemwege und beeinträchtigt die Funktion der körpereigenen Schleimhäute (z.B. Mund- und Nasenhöhlen). Die Schleimhaut der oberen Luftwege ist eine der Barrieren des körpereigenen Immunsystems. Sie ist die erste Barriere und hilft bei der Bekämpfung von Krankheitserregern, indem sie diese aus dem Körper ausschwemmt. Sie hilft nur, wenn sie ausreichend feucht ist, denn in einer zu trockenen Umgebung entwickeln sich Krankheitserreger intensiver. Einige der Krankheitserreger sind an das Leben in einer trockenen Umgebung gut angepasst. Ein Beispiel dafür ist das Grippevirus, das sich schneller vermehrt und ausbreitet. Es hat sich herausgestellt, dass bei 20 bis 35% Luftfeuchtigkeit das Risiko, sich mit Grippe zu infizieren, dreimal so hoch ist wie bei 50% Luftfeuchtigkeit. Ein weiteres lästiges Symptom sind die häufigen Stimmprobleme, die sich als Heiserkeit, geröteter Rachen und Brennen äußern. Dies ist ein ärgerliches Problem, vor allem in einem Beruf, in dem eine arbeitende Person viel reden muss, z.B. Journalist, Lehrer oder Politiker. Trockene Luft beeinflusst die durch Veränderungen der Augenschleimhaut bedingte erhöhte Trockenheit der Augen und führt zu Unbehagen. Dies ist besonders häufig bei Personen der Fall, die über längere Zeit am Computer arbeiten. Beim Blick auf den Bildschirm wird die Häufigkeit des Lidschlags reduziert, was sich auf die verminderte Verteilung der Tränenflüssigkeit auf dem Auge auswirkt. Menschen mit Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Neurodermitis sollten besonders vorsichtig mit trockener Luft umgehen, da trockene Luft die Symptome dieser Krankheiten verstärkt.

Es gibt mehrere einfache Maßnahmen, die die Luftfeuchtigkeit am Arbeitsplatz erhöhen:

–  Bürobegrünung

– die richtige Menge Wasser trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten

– Einsatz von Luftbefeuchtern

– Klimaanlage mit Feuchtigkeitsregelung

–  regelmäßiges Lüften